Drei Tage wach (naja, fast)

Wenn eine halbtägige Reise sich unerwartet auf 50Stunden ausdehnt erweist sich die Entscheidung lieber durchmachen statt früh aufstehen als schlechte Wahl. Sonntag morgen losgeflogen, wetterbedingt woanders gelandet als geplant. Noch relativ gut gelaunt mit dem Bus zum nächsten Flughafen, dort ist die Hölle los: Stundenlang Schlange stehen, vordrängeln, Kaffee holen, Essen kaufen, Rauchen gehen und wenn ich zu meinen temporären Freunden zurückkomme, haben die in der Zwischenzeit gerade mal 15cm erkämpft. Das Gute ist: Der Kaffee ist billig und stark. Irgendwann, das Zeitgefühl ist längst verloren, die anfangs aggressiv bis hysterische Stimmung der Umherstehenden von bleierner Müdigkeit überlagert, einen Weiterflug bekommen. Nahezu euphorisch die Nacht nicht auf dem Flughafen verbringen zu müssen, eingecheckt und dann ernüchternd die Mitteilung auf der Anzeigetafel registriert, dass der Flug Verspätung hat und damit der Anschlussflug auf wackeligen Beinen steht. Nächster Flughafen, der Anschlussflug ist weg, es ist Mitten in der Nacht, die anderen
Fluggäste stürzen sich erbost auf den einzigen Angestellten, der schließlich die Polizei ruft. Ich mache mich auf die Suche nach meinem Gepäck, das Personal ist entweder abwesend oder schläft. Schließlich wird das Gepäckband angeworfen, doch meine Sachen bleiben verschwunden. Selbst eine Kletteraktion durch die Gepäckbandschleuse in den Airport-Backstage bleibt erfolglos. Am nächsten Morgen neuer Versuch am Ticketschalter, erneutes scheitern. Ich bekomme ein Hotelzimmer und bewege mich bis zum Abend keinen Zentimeter mehr. Um Mitternacht sitze ich dann tatsächlich im Flieger- Business Class, yeah!

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schlechte Streetart

Hakenkreuze an NPD-Zentrale geschmiert
Treptow-Köpenick

Mitarbeiter der Polizei stellten heute früh gegen 8 Uhr 20 fest, dass die Zentrale der NPD in der Seelenbinder Strasse in Köpenick von Unbekannten mit zwei Hakenkreuzen beschmiert wurde. Die Symbole waren auf das Stahltor und auf einen Rollladen gesprüht worden. Die Schmierereien wurden entfernt, der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.
Quelle

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Neulich in der BVG

Heute an der Tramstation am Alex. Ungewöhnlich viele Menschen an der Halte, die Anzeigentafel kündigt die nächste Bahn in 4 Minuten an, der Fliesstext drunter fordert mich aber auf eine andere Tram-Halte aufzusuchen, da hier nix fährt. Überlegt, ob ich bei der wartenden Masse bleiben soll, fand das aber politisch falsch und ging daher zur nächsten Halte weiter. Dort sagt die Anzeigetafel Ätsch- es fährt gar keine Tram mehr aber unser Tipp: U+S-Bahn. Da mein Training im tiefsten Osten jenseits dieser Verkehrsmittel liegt, beschloss ich der Schnitzeljagd nicht weiterzufolgen. Unschlüssig überlegte ich zu der Demo zugehen, die mich an meiner Sportkarriere hinderte. Doch je länger man nicht auf Demos geht, desto größer die Hemmschwelle. Wenn nichts passiert ist es öde, passiert was, ist es zu stressig und entweder kennt man niemanden und wird als Zivibulle verdächtigt oder trifft Leute, die man gar nicht sehen will. Also doch wieder umgekehrt und in die U-Bahn. Dort macht ein U-Bahn-“Künstler“-Schnorrer eine junge Motzverkäuferin an, beschimpft sie als Schlampe, Junkie usw. Ich hoffe, dass irgendein zivilcouragierter Mensch mit einem coolen Spruch eingreift, aber es passiert nichts. Alle Fahrgäste schaun ins Leere, zeigen keine Reaktion, es scheint sie einfach nicht zu interssieren. Als ob eine Motzverkäuferin keinen Respekt verdient, oder das Elend doch bitte seine Streitigkeiten unter sich austragen möchte. Wenig eloquent, viel zu zurückhaltend und leise kritisiere ich das Arschloch, in der Hoffnung, dass noch jemand mitmacht. Doch es passiert nichts, der Typ erklärt mir, dass er ja nicht mich für ein Schlampe hält, sondern die Motzverkäuferin, ich sage ihm, dass ich ihn trotzdem Scheiße finde usw. Die Leute schauen weiterhin ins Leere, scheinen von mir genauso genervt wie von den anderen.

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Bei Nachbars

Das Wochenende hatte schon beinahe mit einer Katastrophe begonnen: Nachdem ich meinen vom Training geschundeten Körper mit viel Disziplin in den Festsaal geschleppt hatte, hab ich gleich meinen ganzen Kram verloren, was mir kräftig auf die Laune schlug, zum Glück aber wiederbekommen. Als ich Stunden später die Sparkasse am Kotti verliess und feststellte, dass ich trotz Bankautomatenbesuch keine Scheine bei mir hatte, nahm ich das dann mit äusserster Gelassenheit hin. Kneipen“gespräche“, denen ich nicht mehr folgen konnte und merkwürdige Bekanntschaften in der Roten Rose beendeten den Abend. Am Samstag war dann die nächste Party die „Semesterabschlussfeier“ der WG im 2.Stock, was meinem Muskelkater sehr entgegenkam. Diese verfügt über doppelt so viel Wohnfläche wie wir und hat schicke Altbautüren und Laminat im Gegensatz zu unserer aldi-sanierten Sozialwohnung. Dafür dekoriere ich mein Zimmer nicht mit aufgespiessten Schmetterlingen und habe keine Bücher mit dem Titel „Die Tierarzthelferin“ im Regal stehen. Lauter aufgestylte 19-jährige, Deutsch-Rap /-Reggae, Sterni und Schnaps aus mit lustigen Clowns bedruckten Pappbechern, die spätestens nach 1 Stunde durchweichen. Keine Partykultur die jungen Leute.

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Schwäbische Gründlichkeit

Stuttgart – Die Stuttgarter Volksbank hat einer Kundin eine Rechnung für Reinigungskosten geschickt. Aufgrund der Videoüberwachung sei festgestellt worden, dass es bei ihrem Besuch zu einer Verunreinigung gekommen sei. Nun ermittelt der oberste Datenschützer.

Der Brief, den Eva Herre vor wenigen Tagen aus dem Postkasten fischte, musste die 34-Jährige gleich mehrfach lesen, bis sie ihren Augen trauen konnte. „Sehr geehrte Frau Herre“, steht darin geschrieben, „aufgrund der Videoüberwachung in unserer Filiale konnten wir feststellen, dass es resultierend aus Ihrem Besuch unseres Geldautomatenbereichs zu einer fäkalen Verunreinigung kam. Wir bitten Sie daher, für die entstandenen Reinigungkosten aufzukommen.“ […]
Zugetragen hatte sich das folgenreiche Zwischenspiel bereits am 12. Dezember. An diesem Tag war die zweifache Mutter mit ihrem dreieinhalbjährigen Töchterchen Matilda bei der Volksbank-Filiale in Degerloch, um Geld abzuheben. Als sie die Scheine gerade ins Portemonnaie steckte, habe sie bemerkt, dass ihre Tochter in der Bank schmutzige Fußspuren auf dem Steinboden hinterlassen habe. Die Kleine war, wie sich später herausstellte, kurz zuvor in einen Hundehaufen vor der Bank getreten.
Quelle und der Rest der Story

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„deutschenfeindlicher“ Rassismus

Panorama verspricht heute abend beste Unterhaltung mit Wer Deutsche beschimpft, fliegt raus – abenteuerliche Thesen in der Hessen-CDU. Wer noch ein Vorprogramm benötigt, dem sei der Auftritt von Kristina Köhler (CDU), Expertin für Islam, Integration und Extremismus am 17.01.2008 bei Studio Friedmann (N24) empfohlen. Dort erklärt Frau Köhler, dass es einen deutschen-feindlichen Rassismus gäbe, der ebenso schlimm sei, wie der ausländerfeindliche. Wobei dieser Rassismus vor allem den Ausländern seitens ihrer migrantischen Communities eingeredet werden würde (sic!), normalen Rassismus gibt es zwar irgendwie auch, aber auf keinen Fall bei Koch oder dem Rest der CDU. Mit den üblichen Mitteln rechtspopulistischer Rhetorik, jemand müsse mal den Mut haben das auszusprechen und den Tabubruch begehen, hetzte sie weiter denn: Wenn sich die DCU dem Thema nicht annimmt, dann wählen die Leute rechtsextreme Parteien. Das scheint in der Tat jetzt überfällig. Köhler hat dazu auch noch eine Pressemitteilung veröffentlicht, auf die sie zahlreichen Zuschriften armer, unter „Rassismus“ leidender Deutscher bekommen hat.

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Stories vom Älterwerden: Das erste Mal Afterworkparty

Mit Leuten feiern müssen, zu denen man keinen richtigen Draht hat, ist immer eine anstrengende Angelegenheit. Meistens besteht dazu auch kein Anlass- nur gegen Jahresende häufen sich dann die Weihnachtsfeiern von den ganzen Vergemeinschaftungen in denen man sich so befindet. Unentschuldigtes Fernbleiben zieht soziale Ächtung nach sich, gute Ausreden sind also gefragt. Bewährt hat sich hier der Verweis auf die Lohnarbeit und der/den Betriebsfeierlichkeit(en) [wer will schon mit Chefe kumpeln?] entzieht man sich am besten, indem man leider gerade dann Schicht hat, was einem, wenn man sein Bedauern mit größtmöglicher credibility rüberbringt auch noch krassen respect angesichts der zur Schau getragenen Aufopferungsbereitschaft einbringt. Ergreift man die Flucht nach vorn und nimmt an solch einem social gathering teil, hilft meist nur Alkoholkonsum, um die Lage zu entspannen und die Kommunikation zu fördern. Leider führt das Saufen dazu, dass ohnehin schon unangenehme Männer noch unangenehmer werden bzw. sich „in Primaten verwandeln“ [Zitat einer Kollegin].
Diesmal sind es meine neuerworbenen KomilitonInnen, die den gemeinsamen Besuch einer Afterwork-Veranstaltung eines Clubs vorschlagen, der es nicht auf meine To-Do-Liste geschaft hat. Als Relikt der Massenuniversität, in denen sich soziale Kontakte auf die Hand voll KumpelInnen aus dem ersten Semester beschränkte, die früher oder später ihr Studium schmissen, ist mir das studentische social networking fremd und es verunsichert mich stets, wenn sich Gelegenheitsbekanntschaften mit „wir sehn uns dann bei StudiVZ“ verabschieden. [als linke weiss ich natürlich, dass studi_vz böse ist, dennoch ziehe ich es in erwägung mir zu stalking wissenschaftlichen zwecken einen account zuzulegen]
Afterworkparty ist wohl das Gegenteil zum exzessiven Feiern. Spielen bei letzterem die Zeit und das Leben danach keine wesentliche Rolle und allein die Gewissheit, dass man den Montag irgendwie überleben wird, auch wenn es grausam sein wird, reicht aus, um das Gewissen zu besänftigen, gibt einem die Afterworkparty die Sicherheit, dass man früh genug aus dem Club rausgeschmissen wird, um den kommenden Arbeitstag in relativer Frische zu geniessen. Sie raubt einem damit jegliche Illusion, Teil des aufschweifenden Nachtlebens zu sein. [Natürlich kann man sich dem Arbeits_ethos auch rebellisch zu wehr setzen und sich bereits zu früher stunde abschiessen.] . Meine KomilitonInnen sind übrigens keine BWLer.

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back to school…

schultütebevor ich die letzten tage meiner jugend wieder der tagelöhnerei opfere, habe ich heute der uni einen besuch abgestattet. eigentlich hasse ich pädagogik wie die pest und hätte lieber medientechnik studiert, leider fand ich es in der schule aber cooler mir das hirn wegzukiffen, als dem mathe- und physikunterricht zu folgen--> no chance. also pädagogik, erstes seminar: ein stuhlkreis und wir müssen uns die Namen mit kreppband an die brust kleben…glücklicherweise bleiben die aus der politischen bildung vertrauten aufwärmspielchen aus und die dozentin erweist sich als erfrischend links. zweites seminar: wir sollen nach jeder sitzung einen persönlichen lernbericht anfertigen, indem wir unsere lernfortschritte dokumentieren. sehr sophisticated.

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post_urlaubs_depression

Heute nacht aus dem urlaub zurück gekommen und mit der tatsache konfrontiert, dass ich erstens total urlaubsreif bin, zweitens schon die zweite woche meines zweitstudiums begonnen hat und ich drittens lieber gar nicht wissen möchte, wie tief mein kontostand und wie hoch meine diversen zahlungsaufforderungen sind. hinter mir liegt eine woche israel extrem-urlaub, bei dem ich zwar unheimlich viel gesehen habe, aber von dem alltag fast nichts mitbekommenhabe. das liegt einerseits daran, dass wir mind. 6 stunden am tag mit essen verbracht haben, weshalb ich jetzt gefühlte 20kg schwerer bin und immer mit dem bus irgendwo hin gefahren wurden, ausgeladen wurden, oft ohne zu wissen, wo wir eigentlich sind, und entweder eine politische organisation oder eine freakige glaubensgemeinschaft getroffen haben bzw. irgendwelche sehenswürdigkeiten. über politik wurde nicht gerne gesprochen und nach den üblichen powerpointpräsentationen war idR kaum mehr Zeit für Fragen. burger_deadseamanchmal haben wir den bus nichtmal verlassen, so fuhren wir nach einem Besuch ehemaliger Schützengräben nahe der jordanischen Grenze mit unserem alles andere als souverän wirkendem Fahrer die von ausgebrannten Autowracks gesäumten Serpentinen herunter, nur um kurz auf dem Parkplatz einer Mineraltherme zu halten. Zur Belohnung gab es einen freien Vormittag am Toten Meer, 420m unter Null und bei über 30°C nachts und knapp 40°C tagsüber und einer chicen Felskulisse habe ich mich schon fast wie in einem US-Roadmovie durch Texas gefühlt, nur dass ich statt in einem schäbigen Motel in einem Luxus-Spa untergebracht war. Abends spaltete ich mich individualistisch von der reisegruppe ab und beschloss statt zu schlafen das nightlife von tel aviv zu erkunden. In Tel Aviv dröhnt zwar aus jedem Imbiss/Kiosk Happy Hardcore in bemerkenswerter lautstärke, in den bars und clubs schien jedoch eher ‚Rock‘ angesagt. der empfehlung eines verpeilten jungen mannes folgend landeten wir im ‚maxim‘ und auch hier bewahrheitete sich die kulturelle globalisierung, der name hielt was er versprach: schlechte housemusik, holzdecke und sehr durchwachsenes publikum. Wegen der chilligen Atmosphäre und den warmen Temperaturen ist das stundenlange partysuchen ganz angenehm und endete schliesslich erfolgreich in einem alternativen Laden, der ein bisschen an linke szene partys in berlin erinnerte. den folgenden tag verbrachte ich an lauter religiösen pilgerorten (unterbrochen von ein bisschen kriegs- schauplatztourismus) und als ich dann unzählige sicherheitskontrollen und viele stunden später nach hause kam lagen tatsächlich zwei briefe von der kirchengemeinde auf meinem schreibtisch. holy water of jordan war schuld. ganz sicher.

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Die Netto-Story

Heute, noch schlechter gelaunt als montags üblich, da 2 1/2 Stunden gewartet nur um dann zu hören „tut mir leid, wenn Ihnen das Call-Center was falsches gesagt hat, aber die zuständige Sachbearbeiterin ist heute nicht da bla bla“ und einer Irrfahrt durch Berlin, ohne Fahrradbremsen, schliesslich im Wedding bei Netto in der Schlange.
Mann vor mir in der Schlange zu Mann hinter mir über mich: “ Nettes Püppi da. Gehört die Dir?“
Mann hinter mir in der Schlange verneint.
Mann vor mir wieder:“ Na willste die nich mit nach Hause nehmen?“

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