Archiv für Oktober 2008

moralisches dilemma

was tun, wenn vorbildlich knapp vor sonnenaufgang nach hause gekommen, und die party der nachbarn die schlafengehpläne sabotiert? am liebsten möchte man die polizei rufen. aber das ist ein politisch-moralisches NoGo und so hofft man darauf, dass die anderen nachbarn endlich mal die bullen rufen, um als trittbrettfahrer endlich schlafen zu können. Aber während ich in Friedrichshain Zeitzeugin hunderter Straßenschlachten und beendeter Partys aufgrund von Anwohnerbeschwerden wurde, scheint das in Neukölln nicht in Mode. Alternativen gibt es nicht, Infokette scheidet aus, denn statt Landser läuft Bumm-Bumm und Kontakte zur organisierten Kriminalität im Kiez bestehen auch nicht. Hingehen und klingeln geht ja wohl gar nicht, da macht man sich ja zum affen, vorausgesetzt das Klingeln wird überhaupt gehört. Die Idee mit 110-anrufen scheint verführerisch, mit einem Anruf die Ruhe im Block herstellen zu können, das hat etwas von Macht, klingt nach Mafia-Film- und zeugt doch auch von sozialer Verantwortung, nicht?
Aber Anrufen geht ja wirklich gar nicht, da muss man dann seine Daten hinterlassen, sowas ist nie gut, und wenn man lügt wird man erwischt, auch schlecht. Und hinterher halten einen Gewissensbisse und Selbstzweifel von der Nachtruhe ab. Ein anonymes online-Formularwäre jetzt gut, wobei ich das generell ja nicht gutheiße, aber für heute…..Und wie geht man hinterher mit der Selbstscham um, das kann man ja niemanden erzählen, ohne auch das letzte bisschen Credibility zuverlieren, damit kann man grade noch bei den Eltern auf Resonanz stoßen, die einen schon immer vor der Großstadt gewarnt haben. Und irgendwie ist es auch mies, Leuten die Bereitschaftspolizei auf den Hals zu hetzten, wobei- dann haben die Partygäste wenigstens was erlebt. jaja, keine lösung und schlafen kann ich auch nicht.




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