schon wieder gentrification…

Gentrification war lange die Domäne der StadtsoziologInnen und wurde dann von HausbesetzerInnen aufgegriffen um nicht nur die eigenen Projekte und den sog. eigenen Kiez sondern auch die Müllberge auf dem Hof zu verteidigen sowie alle Vorschläge, hauseigene Kneipen gemütlicher zu machen mit demVerweis auf das mahnende Beispiel S.-D.-Straße zu sabotieren. Manch stöckelschuhtragende Kieztouristin liess sich aber weder von Hunden noch Ratten davon abhalten, selbst schwerzugängliche Bars zu besuchen (R84-R.I.P). Die Strategie Berlin bleibt dreckig & laut war gentrificationtechnisch gesehen wenig erfolgreich, sorgte aber durch die Polizeieinsätze für actionreiche Abendunterhaltung.
Nach fünf Folgen über SozialesElend_Ausländer_Kriminalität in Nordneukölln, hat Spiegel-TV festgestellt, dass die Anwesenheit von Transen im sonst „muslimisch geprägten“ Kiez ein Anzeichen für Aufwertung sei.
Jetzt widmet sich auch die Jungle World dem leidigen Nordneukölln-Thema, „Infantilisierte“ nerven Migranten und Harz4-Empfänger mit Partylärm und tragen Neukölln T-Shirts, die nur der etablierten Kiezjugend vorbehalten sind. Ohne einen Kommentar zur politischen Ökonomie des Wohnungsmarkts wird die „Pioniertheore“ übernommen und mit merkwürdigen Ausführungen zum Zusammenhang von Gentrification und S-Bahnlinien ausgeschmückt: Wir lernen: Moabit ist im kommen. Immerhin wäre dann nicht die Linke schuld an der Misere, die sich dort bestenfalls zu Knastdemos aufhält. Da hätte der Wedding schon bessere Chancen, auch wenn bislang die Versuche von Stadtmagazinen und QM mit langen Nächten des Döners den Bezirk zum neuen In-Kiez zu hypen gescheitert sind.

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