Hindu-Tempel & Gentrificationdiskurs

Die Auseinandersetzung um den Hindu-Tempel in Neukölln weisst einige Parallelen zu den gängigen Gentrifizierungsdiskursen auf und ist von beiden Seiten (Bezirk und Rechte) rassistisch gefärbt. Multi-kulti-ist-gescheitert-Bürgermeister Heinz Buschkowsky votiert für den Tempel mit der Begründung, dass es sich bei den Hindus um „Leistungsträger“ und „Einser-Abiturienten“ handele (BILD), die nicht nur ein Gegengewicht zu den Sozialhilfeempfängern und Arbeitslosen im Bezirk sondern auch zu den „teilweise ausgeprägten Hegemonieansprüchen muslimischer Einwanderer“(taz) bilden. In der Stadtsoziologie nennt man das „soziale Durchmischung“. Darüber hinaus verspricht sich Buschkowsky vom Tempel eine Touri-Attraktion und eine Image-Aufwertung des Stadtteils (taz).Buschkowsky hofft also auf Stadtteilaufwertung und eine deutsch-hindu-Koalition gegen muslimische Migranten. Mit etwas weniger workungclass-bashing hätte er mit dem zweiten Vorschlag auch bei der NPD landen können.
Die NPD greift in ihrem Aufruf weniger auf Rüttgers (deutsche) Kinder -statt- Inder-Vorlage zurück, sondern bedient sich Fragmenten der Gentrificationgegner, mit dem Unterschied, dass mit „einheimisch“ nicht nur working class sondern auch deutschstämmig gemeint ist. Die NPD appelliert an diffuse Verdrängungsängste, in dem 8,5 zeiligen Aufruf geht es dreimal um „optische Veränderungen“ die aus zu erfindenden Gründen nicht hingenommen werden können („Schon bald wird der ehemalige Arbeiterbezirk nicht mehr wiederzuerkennen sein“) und prophezeit den „Austausch der heimischen Bevölkerung“durch IT-Inder mit Streberkindern.
(jaja, alles etwas krude)

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