daily terror

Ich wohne ja in einem nahezu arisierten Wohnhaus in einem Kiez, wo die Mittelschichten sich gerne treffen um darüber zu diskutieren, ob hier nun gentrifiziert wird oder nicht und was man dagegen tun kann (den Bierpreis untenhalten oder so). Mein Wohnhaus ist nicht nur deutschen- sonder auch kleinfamilienlastig und diese tun sich regelmäßig zusammen für gesellschaftlich anerkannte und vom QM hoch geschätzte Nachbarschaftsaktionen mit schlechten Bands, Kinderschminkstand und Cocktailbar in der Wohnung über meinem Zimmer. Will ich der Lärmbelästigung entfliehen, muss ich nachmittags Kontakte mit schon angeschickerten-euphorischen Eltern und nachts mit aus anderen Bezirken hierher verirrten ertragen, wobei ich mich aufgrund meines mangelnden Engagements immer ganz schlecht fühle. Zudem verliert Kleinfamilienabneigung selbst in der radikalen Linken an Akzeptanz, so wird für „Träume brauchen Freiräume“ mit „Kinder- und familienfreundlichen Protestaktionen“ geworben.

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