Archiv für Juni 2008

daily terror

Ich wohne ja in einem nahezu arisierten Wohnhaus in einem Kiez, wo die Mittelschichten sich gerne treffen um darüber zu diskutieren, ob hier nun gentrifiziert wird oder nicht und was man dagegen tun kann (den Bierpreis untenhalten oder so). Mein Wohnhaus ist nicht nur deutschen- sonder auch kleinfamilienlastig und diese tun sich regelmäßig zusammen für gesellschaftlich anerkannte und vom QM hoch geschätzte Nachbarschaftsaktionen mit schlechten Bands, Kinderschminkstand und Cocktailbar in der Wohnung über meinem Zimmer. Will ich der Lärmbelästigung entfliehen, muss ich nachmittags Kontakte mit schon angeschickerten-euphorischen Eltern und nachts mit aus anderen Bezirken hierher verirrten ertragen, wobei ich mich aufgrund meines mangelnden Engagements immer ganz schlecht fühle. Zudem verliert Kleinfamilienabneigung selbst in der radikalen Linken an Akzeptanz, so wird für „Träume brauchen Freiräume“ mit „Kinder- und familienfreundlichen Protestaktionen“ geworben.

digitaler Fingerabruck ?!

Über die Crisco-Connection zum Open Tace Browser des AK Vorratsdatenspeicherung gelangt. Dort kann man wie gewohnt ein bisschen rumsurfen und hinterher sein Profil auswerten und sich von der Überwachungstechnologie schocken lassen. Überzeugt hat mich das Ergebnis aber nicht: Angeklickt hatte ich ein paar Blogs, Wetter.de und- nee, das behalt ich mal für mich, was ich sonst noch so durchsurfe. Heraus kam lediglich mein Wohnort, die Vermutung ich bin ein Nachtmensch (weil ich kurz vorm ins Bett gehen surfe? ) und ansonsten lege ich „viel Wert auf Äusserlichkeiten“ ( da meinte meine Mutter doch immer „ein wenig Eitelkeit könnte Dir nicht schaden“) und bevorzuge „seichte, leicht zu konsumierende Unterhaltungsangebote“. Dabei war ich sogar auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung!

Regenwetter ist gut so

Das (hoffentlich) kurze Sommer-Time-Out befreit einen endlich von dem Gefühl, alles andere als im/an/auf Park/Spree/Kanal/Balkon zu sitzen und Bier zu trinken sei ein Verbrechen, was spätestens mit dem Anbruch des gefühlt 8-monatigen Berliner Winters besraft wird. Man kann Sonntags schamlos studenlang sinnlos im Internet surfen, ohne gleichzeitig zehn der immergleichen Open-Air-Partys zu verpassen. Keine Schokolade-/ Biermixgetränk-/ Duschgel-Summer Edition mit Mojito-Lemon-Fresh-Fruity-Flavour . Trainingshose zu Hause statt sich den Blicken tausender Straßencafe-Besucher oder den Schreien noch mehr EM-Public-Viewer auszusetzen. Richtig Spass macht das aber doch nicht, weil ich mir vorgenommen habe, statt Gewalt-Videos und Soaps anzuschauen, doch mal eines der 100 ausstehenden Referate und Hausarbeiten anzugehen. In diesem Sinne ungeteilte Solidarität mit den Matheschwindlern.

Lecker- Iced Coffee

Aroma Iced CoffeeLange habe ich nach meinem israelischen Lieblingsgetränk unter den alkoholfreien gesucht, diverse Coffeeshop und Fastfoodketten abgeklappert, doch das einzige was mir als Iced Coffee angeboten wurde, war Filterkaffee mit Milch, Zucker und ganzen Eiswürfeln (statt Eiswürfelpürree). Das kann selbst meine Mutter besser, die macht da immerhin noch Vanilleeis rein. Und heute fand ich mich in der Mensa auf dem Weg zur Vorlesung tatsächlich vor so einem Ding wieder, das versprach Jacobs Frozen Cappuccino auszuspucken. Das klingt nicht appetitlich, lässt an silberne Beutel mit einer Mischung aus Zucker, Pflanzenfett, Kaffee und E-Nummern denken, aber optisch war das dann schon sehr vielversprechend. Das Produkt erzielte dann doch nicht den erhofften Lustgewinn, irgwendwie konnte es geschmacklich nicht mit dem Original von Aroma mithalten, vor allem aber stimmte das Setting nicht- kein Strand und keine schönen Menschen. Aber: Immerhin ein Anfang und man könnte das sicher noch zu einer alkoholischen Variante für Sonntagnachmittags erweitern.




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