Drei Tage wach (naja, fast)

Wenn eine halbtägige Reise sich unerwartet auf 50Stunden ausdehnt erweist sich die Entscheidung lieber durchmachen statt früh aufstehen als schlechte Wahl. Sonntag morgen losgeflogen, wetterbedingt woanders gelandet als geplant. Noch relativ gut gelaunt mit dem Bus zum nächsten Flughafen, dort ist die Hölle los: Stundenlang Schlange stehen, vordrängeln, Kaffee holen, Essen kaufen, Rauchen gehen und wenn ich zu meinen temporären Freunden zurückkomme, haben die in der Zwischenzeit gerade mal 15cm erkämpft. Das Gute ist: Der Kaffee ist billig und stark. Irgendwann, das Zeitgefühl ist längst verloren, die anfangs aggressiv bis hysterische Stimmung der Umherstehenden von bleierner Müdigkeit überlagert, einen Weiterflug bekommen. Nahezu euphorisch die Nacht nicht auf dem Flughafen verbringen zu müssen, eingecheckt und dann ernüchternd die Mitteilung auf der Anzeigetafel registriert, dass der Flug Verspätung hat und damit der Anschlussflug auf wackeligen Beinen steht. Nächster Flughafen, der Anschlussflug ist weg, es ist Mitten in der Nacht, die anderen
Fluggäste stürzen sich erbost auf den einzigen Angestellten, der schließlich die Polizei ruft. Ich mache mich auf die Suche nach meinem Gepäck, das Personal ist entweder abwesend oder schläft. Schließlich wird das Gepäckband angeworfen, doch meine Sachen bleiben verschwunden. Selbst eine Kletteraktion durch die Gepäckbandschleuse in den Airport-Backstage bleibt erfolglos. Am nächsten Morgen neuer Versuch am Ticketschalter, erneutes scheitern. Ich bekomme ein Hotelzimmer und bewege mich bis zum Abend keinen Zentimeter mehr. Um Mitternacht sitze ich dann tatsächlich im Flieger- Business Class, yeah!

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