Bei Nachbars

Das Wochenende hatte schon beinahe mit einer Katastrophe begonnen: Nachdem ich meinen vom Training geschundeten Körper mit viel Disziplin in den Festsaal geschleppt hatte, hab ich gleich meinen ganzen Kram verloren, was mir kräftig auf die Laune schlug, zum Glück aber wiederbekommen. Als ich Stunden später die Sparkasse am Kotti verliess und feststellte, dass ich trotz Bankautomatenbesuch keine Scheine bei mir hatte, nahm ich das dann mit äusserster Gelassenheit hin. Kneipen“gespräche“, denen ich nicht mehr folgen konnte und merkwürdige Bekanntschaften in der Roten Rose beendeten den Abend. Am Samstag war dann die nächste Party die „Semesterabschlussfeier“ der WG im 2.Stock, was meinem Muskelkater sehr entgegenkam. Diese verfügt über doppelt so viel Wohnfläche wie wir und hat schicke Altbautüren und Laminat im Gegensatz zu unserer aldi-sanierten Sozialwohnung. Dafür dekoriere ich mein Zimmer nicht mit aufgespiessten Schmetterlingen und habe keine Bücher mit dem Titel „Die Tierarzthelferin“ im Regal stehen. Lauter aufgestylte 19-jährige, Deutsch-Rap /-Reggae, Sterni und Schnaps aus mit lustigen Clowns bedruckten Pappbechern, die spätestens nach 1 Stunde durchweichen. Keine Partykultur die jungen Leute.

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