Archiv für Februar 2008

Drei Tage wach (naja, fast)

Wenn eine halbtägige Reise sich unerwartet auf 50Stunden ausdehnt erweist sich die Entscheidung lieber durchmachen statt früh aufstehen als schlechte Wahl. Sonntag morgen losgeflogen, wetterbedingt woanders gelandet als geplant. Noch relativ gut gelaunt mit dem Bus zum nächsten Flughafen, dort ist die Hölle los: Stundenlang Schlange stehen, vordrängeln, Kaffee holen, Essen kaufen, Rauchen gehen und wenn ich zu meinen temporären Freunden zurückkomme, haben die in der Zwischenzeit gerade mal 15cm erkämpft. Das Gute ist: Der Kaffee ist billig und stark. Irgendwann, das Zeitgefühl ist längst verloren, die anfangs aggressiv bis hysterische Stimmung der Umherstehenden von bleierner Müdigkeit überlagert, einen Weiterflug bekommen. Nahezu euphorisch die Nacht nicht auf dem Flughafen verbringen zu müssen, eingecheckt und dann ernüchternd die Mitteilung auf der Anzeigetafel registriert, dass der Flug Verspätung hat und damit der Anschlussflug auf wackeligen Beinen steht. Nächster Flughafen, der Anschlussflug ist weg, es ist Mitten in der Nacht, die anderen
Fluggäste stürzen sich erbost auf den einzigen Angestellten, der schließlich die Polizei ruft. Ich mache mich auf die Suche nach meinem Gepäck, das Personal ist entweder abwesend oder schläft. Schließlich wird das Gepäckband angeworfen, doch meine Sachen bleiben verschwunden. Selbst eine Kletteraktion durch die Gepäckbandschleuse in den Airport-Backstage bleibt erfolglos. Am nächsten Morgen neuer Versuch am Ticketschalter, erneutes scheitern. Ich bekomme ein Hotelzimmer und bewege mich bis zum Abend keinen Zentimeter mehr. Um Mitternacht sitze ich dann tatsächlich im Flieger- Business Class, yeah!

schlechte Streetart

Hakenkreuze an NPD-Zentrale geschmiert
Treptow-Köpenick

Mitarbeiter der Polizei stellten heute früh gegen 8 Uhr 20 fest, dass die Zentrale der NPD in der Seelenbinder Strasse in Köpenick von Unbekannten mit zwei Hakenkreuzen beschmiert wurde. Die Symbole waren auf das Stahltor und auf einen Rollladen gesprüht worden. Die Schmierereien wurden entfernt, der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.
Quelle

Neulich in der BVG

Heute an der Tramstation am Alex. Ungewöhnlich viele Menschen an der Halte, die Anzeigentafel kündigt die nächste Bahn in 4 Minuten an, der Fliesstext drunter fordert mich aber auf eine andere Tram-Halte aufzusuchen, da hier nix fährt. Überlegt, ob ich bei der wartenden Masse bleiben soll, fand das aber politisch falsch und ging daher zur nächsten Halte weiter. Dort sagt die Anzeigetafel Ätsch- es fährt gar keine Tram mehr aber unser Tipp: U+S-Bahn. Da mein Training im tiefsten Osten jenseits dieser Verkehrsmittel liegt, beschloss ich der Schnitzeljagd nicht weiterzufolgen. Unschlüssig überlegte ich zu der Demo zugehen, die mich an meiner Sportkarriere hinderte. Doch je länger man nicht auf Demos geht, desto größer die Hemmschwelle. Wenn nichts passiert ist es öde, passiert was, ist es zu stressig und entweder kennt man niemanden und wird als Zivibulle verdächtigt oder trifft Leute, die man gar nicht sehen will. Also doch wieder umgekehrt und in die U-Bahn. Dort macht ein U-Bahn-“Künstler“-Schnorrer eine junge Motzverkäuferin an, beschimpft sie als Schlampe, Junkie usw. Ich hoffe, dass irgendein zivilcouragierter Mensch mit einem coolen Spruch eingreift, aber es passiert nichts. Alle Fahrgäste schaun ins Leere, zeigen keine Reaktion, es scheint sie einfach nicht zu interssieren. Als ob eine Motzverkäuferin keinen Respekt verdient, oder das Elend doch bitte seine Streitigkeiten unter sich austragen möchte. Wenig eloquent, viel zu zurückhaltend und leise kritisiere ich das Arschloch, in der Hoffnung, dass noch jemand mitmacht. Doch es passiert nichts, der Typ erklärt mir, dass er ja nicht mich für ein Schlampe hält, sondern die Motzverkäuferin, ich sage ihm, dass ich ihn trotzdem Scheiße finde usw. Die Leute schauen weiterhin ins Leere, scheinen von mir genauso genervt wie von den anderen.

Bei Nachbars

Das Wochenende hatte schon beinahe mit einer Katastrophe begonnen: Nachdem ich meinen vom Training geschundeten Körper mit viel Disziplin in den Festsaal geschleppt hatte, hab ich gleich meinen ganzen Kram verloren, was mir kräftig auf die Laune schlug, zum Glück aber wiederbekommen. Als ich Stunden später die Sparkasse am Kotti verliess und feststellte, dass ich trotz Bankautomatenbesuch keine Scheine bei mir hatte, nahm ich das dann mit äusserster Gelassenheit hin. Kneipen“gespräche“, denen ich nicht mehr folgen konnte und merkwürdige Bekanntschaften in der Roten Rose beendeten den Abend. Am Samstag war dann die nächste Party die „Semesterabschlussfeier“ der WG im 2.Stock, was meinem Muskelkater sehr entgegenkam. Diese verfügt über doppelt so viel Wohnfläche wie wir und hat schicke Altbautüren und Laminat im Gegensatz zu unserer aldi-sanierten Sozialwohnung. Dafür dekoriere ich mein Zimmer nicht mit aufgespiessten Schmetterlingen und habe keine Bücher mit dem Titel „Die Tierarzthelferin“ im Regal stehen. Lauter aufgestylte 19-jährige, Deutsch-Rap /-Reggae, Sterni und Schnaps aus mit lustigen Clowns bedruckten Pappbechern, die spätestens nach 1 Stunde durchweichen. Keine Partykultur die jungen Leute.

Schwäbische Gründlichkeit

Stuttgart – Die Stuttgarter Volksbank hat einer Kundin eine Rechnung für Reinigungskosten geschickt. Aufgrund der Videoüberwachung sei festgestellt worden, dass es bei ihrem Besuch zu einer Verunreinigung gekommen sei. Nun ermittelt der oberste Datenschützer.

Der Brief, den Eva Herre vor wenigen Tagen aus dem Postkasten fischte, musste die 34-Jährige gleich mehrfach lesen, bis sie ihren Augen trauen konnte. „Sehr geehrte Frau Herre“, steht darin geschrieben, „aufgrund der Videoüberwachung in unserer Filiale konnten wir feststellen, dass es resultierend aus Ihrem Besuch unseres Geldautomatenbereichs zu einer fäkalen Verunreinigung kam. Wir bitten Sie daher, für die entstandenen Reinigungkosten aufzukommen.“ […]
Zugetragen hatte sich das folgenreiche Zwischenspiel bereits am 12. Dezember. An diesem Tag war die zweifache Mutter mit ihrem dreieinhalbjährigen Töchterchen Matilda bei der Volksbank-Filiale in Degerloch, um Geld abzuheben. Als sie die Scheine gerade ins Portemonnaie steckte, habe sie bemerkt, dass ihre Tochter in der Bank schmutzige Fußspuren auf dem Steinboden hinterlassen habe. Die Kleine war, wie sich später herausstellte, kurz zuvor in einen Hundehaufen vor der Bank getreten.
Quelle und der Rest der Story




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