post_urlaubs_depression

Heute nacht aus dem urlaub zurück gekommen und mit der tatsache konfrontiert, dass ich erstens total urlaubsreif bin, zweitens schon die zweite woche meines zweitstudiums begonnen hat und ich drittens lieber gar nicht wissen möchte, wie tief mein kontostand und wie hoch meine diversen zahlungsaufforderungen sind. hinter mir liegt eine woche israel extrem-urlaub, bei dem ich zwar unheimlich viel gesehen habe, aber von dem alltag fast nichts mitbekommenhabe. das liegt einerseits daran, dass wir mind. 6 stunden am tag mit essen verbracht haben, weshalb ich jetzt gefühlte 20kg schwerer bin und immer mit dem bus irgendwo hin gefahren wurden, ausgeladen wurden, oft ohne zu wissen, wo wir eigentlich sind, und entweder eine politische organisation oder eine freakige glaubensgemeinschaft getroffen haben bzw. irgendwelche sehenswürdigkeiten. über politik wurde nicht gerne gesprochen und nach den üblichen powerpointpräsentationen war idR kaum mehr Zeit für Fragen. burger_deadseamanchmal haben wir den bus nichtmal verlassen, so fuhren wir nach einem Besuch ehemaliger Schützengräben nahe der jordanischen Grenze mit unserem alles andere als souverän wirkendem Fahrer die von ausgebrannten Autowracks gesäumten Serpentinen herunter, nur um kurz auf dem Parkplatz einer Mineraltherme zu halten. Zur Belohnung gab es einen freien Vormittag am Toten Meer, 420m unter Null und bei über 30°C nachts und knapp 40°C tagsüber und einer chicen Felskulisse habe ich mich schon fast wie in einem US-Roadmovie durch Texas gefühlt, nur dass ich statt in einem schäbigen Motel in einem Luxus-Spa untergebracht war. Abends spaltete ich mich individualistisch von der reisegruppe ab und beschloss statt zu schlafen das nightlife von tel aviv zu erkunden. In Tel Aviv dröhnt zwar aus jedem Imbiss/Kiosk Happy Hardcore in bemerkenswerter lautstärke, in den bars und clubs schien jedoch eher ‚Rock‘ angesagt. der empfehlung eines verpeilten jungen mannes folgend landeten wir im ‚maxim‘ und auch hier bewahrheitete sich die kulturelle globalisierung, der name hielt was er versprach: schlechte housemusik, holzdecke und sehr durchwachsenes publikum. Wegen der chilligen Atmosphäre und den warmen Temperaturen ist das stundenlange partysuchen ganz angenehm und endete schliesslich erfolgreich in einem alternativen Laden, der ein bisschen an linke szene partys in berlin erinnerte. den folgenden tag verbrachte ich an lauter religiösen pilgerorten (unterbrochen von ein bisschen kriegs- schauplatztourismus) und als ich dann unzählige sicherheitskontrollen und viele stunden später nach hause kam lagen tatsächlich zwei briefe von der kirchengemeinde auf meinem schreibtisch. holy water of jordan war schuld. ganz sicher.

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