Die Lidl Story II

Gestern suchte mich eine bösartige Erkältung ein. Nach einer qualvollen Nacht mit Halsschmerzen, Kopfdröhnen, Schleimabsonderungen und Alpträumen (Thema: Schulsport) gelangte ich heute morgen als die ersten Sonnenstrahlen mich sanft an der Nase kitzelten und ich mit einem gigantisch lauten Niesen mich selbst und die Nachbarn drumrum aufweckte zu der Erkenntnis, dass dagegen nur eins hilft:Maracuja-Sorbet. Ich beschloss, die ganze Einkauferei möglichst schnell hinter mich zu bringen und quälte mich aus dem Bett. Bei Lidl benötigte ich wie immer Stunden um mich des riesigen Warenangebots zu erfreuen, zwischen den verschiedenen Produkten abzuwägen und schliesslich wieder auf die bewärten Standards zurückzugreifen. Nachdem ich mich-ökonomischen Überlegungen folgend- schmerzhaft wieder von allem getrennt hatte, was mir für mein Überleben in den nächsten Stunden nicht zwingend notwendig schien, ging ich zur Kasse und bezahlte. Anschliessend kam der Sicherheitsbedienstete auf mich zu und fragte mich, wo denn der Schokoriegel sei, den ich vorher in der Hand gehabt hätte. Ich berichtete wahrheitsgemäß, dass ich diesen wieder ordnungsgemäss zu den anderen zurückgelegt hätte (das hatte ich tatsächlich getan, anstatt ihn irgendwo abzulegen, und ich war wahnsinnig stolz auf meine Umsichtigkeit gewesen) und er solle doch dort bitte nachsehen. Der Typ behauptete nun, dass könne gar nicht sein, ich wäre dort kein zweites Mal vorbeigekommen. Die Diskussion näherte sich unweigerlich dem Punkt, wo er fragen würde, ob er mal in meine Taschen schauen dürfte, und das bereitete mir Unbehagen.
Sollte ich dann in meiner Rolle als rechtschaffende Bürgerin sagen „Dann rufen Sie doch die Polizei“? Ich malte mir aus, wie sich dann herausstellen würde, dass ich zu unrecht verdächtigt worden war und ich würde natürlich eine Entschädigung in Millionenhöhe- nein ich würde mit drönendem Kopf, laufender Nase, ungekämmt und in Trainingshose und Kapuzi auf die Bullen warten müssen und mein schönes Eis würde derweil zerinnen. Schlimmer noch: Die Bullen würden tatsächlich den Schokoriegel bei mir finden, denn ich habe ja genug Krimis gesehen, um zu wissen wie das so läuft, mit böswilligen Ladendetektiven, die harmlosen Mädchen vermeintliches Diebesgut unterjubeln. Dort wird am Ende natürlich alles aufgeklärt, aber ich hab halt keine Kumpels bei TKKG und würde stattdessen zum zweiten Mal(->1.Mal) zu Unrecht wegen Ladendiebstahls unter 1.00 Euro verurteilt werden, bekäme Hausverbot beim Lidl-Imperium und müsste fortan immer bei Aldi einkaufen. Zuvor müsste ich natürlich stundenlang in der Friesenstraße rumhängen und mein Maracuja-Sorbet wäre als Beweismittel beschlagnahmt. Mir wurde klar, dass je länger ich hier rumdiskutierte, desto größer wurde die Wahrscheinlichkeit, dass die Bullen oder seine Kollegen hier auftauchen. Ich traf eine rationale Entscheidung und machte dass ich wegkam. Draußen wartete keine Bullenarmada auf mich und ich gelangte unbehelligt wieder in mein Bett. Puh!

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2 Antworten auf „Die Lidl Story II


  1. 1 Schlaulischlumpf 31. März 2007 um 10:21 Uhr

    Besonders gemein wenn man beim Klauen erwischt wird is, wenn irgendwo in der Tasche noch ein altes Taschenmesser oder das schon lange- gesuchte Pfefferspray gefunden wird. Dann isses nämlich gleich „bewaffneter- Diebstahl“ oder sowas- und dann wirds richtich teuer!

  2. 2 mbw 09. April 2007 um 18:07 Uhr

    aber hast du nicht nette mbws die alle ??? Folgen auswendig kennen, und ein solches unrecht sofort aufklären würden? zur not schieszen wir dich auch da raus. oder gehen für dich einkaufen wenn du mal wieder krankheitsmäßig heimgesucht wirst!

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