Archiv für Februar 2007

Web 2.o. und so….:Last.fm

Seit kurzem hänge ich abundzu auf last.fm, der „social music revolution“ rum. Last.fm ist so eine Art Internetradio ala myspace, man kann Freunde haben und Nachbarn, sich irgendwelchen Gruppen anschliessen, Bloggen und in Foren diskutieren. Nun, ich habe selbst keine myspace-Seite und konnte ich mich auch nie so richtig dafür begeistern. Last.fm hat auch was von amazon, denn man kann seinen Lieblingskünstler angeben und erhält dann Hörvorschläge „ähnlicher“ Musik. Diese Musikbeispiele sind aber noch weniger brauchbar, als die Leute die das bei amazon gekauft und jenes angeklickt haben, entweder kennt man das eh schon oder es handelt sich schon um sehr entfernte Verwandschaften. Damit die eigenen Charts angelegt werden können sowie das persönliche Radio und Nachbarn gefunden werden können, muss man die abgespielte Musik scrobbeln lassen-d.h. alle abgespielten Titel werden gescannt, so dass jeder dann sehen kann, was man wann gehört hat (natürlich kann man zum abspielen der peinlichen Lieblingslieder den audioscrobbler wieder deaktivieren). Gruselig ist bei Last.fm vor allem die politische Offenheit, netterweise finden sich dort auch antifa-grüppchen, doch ohne grosse anstrengungen finden sich da auch allerlei rechte Gruppierungen wie .„Ewiges Deutschland“, RAC und anderes Grauen. Ein Eintrag bei Weltanschauung verweist immerhin noch auf eine gewissen Auseinandersetzung schliessen. Bemerkenswert ist auch, dass FreundInnen rechter Musik schnell fündig werden können mit den tags „rechtsrock“ oder „nazi“, die neben „minimal“, „electronic“ usw zur Auswahl stehen. Bei einem kurzen Selbstversuch bot mir „nazi radio station“ übrigens einen kruden Mix aus traditionell rechter Mucke (Lanser), ehemals(?) linkem Szene Punk (Propaghandi) und arabischer Musik an. Was die MacherInnen von Last.fm dazu meinen, weiss ich leider nicht. Viel besser sieht es im Real Life Radio bekanntlich auch nicht aus.

sonntagsglück

…ist nach Hause zu kommen, lange zu duschen, vanilleweichgespülte frische Klamotten anziehen, was essen und dann ins bett. von dort aus schnell die sonntäglichen pflichtanrufe erledigen, dann eine folge Veronica Mars schauen, eine Mischung aus Highschool-Teenie-Drama und Krimi (incl. cooler Jugendgang) und anschliessend The Cocka Hola Company fertig hören, ein Hörspiel über eine Pornoproduktionsfirma ohne wirklichen Handlungsstrang, was meiner eingeschränkten Konzentrationsfähigkeit entgegenkommt, aber dafür wirklich unterhaltsam und alle wichtigen Lebens- und Politikbereiche betreffend: Ein ultranerviges Tagger-Kid, actionreiche Drogendeals, zugedröhnte Leute und Anti-Gentrification-Proteste (Fuck up the Neighbourhood) gegen Kleinfamilien im Kiez. Ganz so einfach wars dann doch nicht, meine Verwandschaftstelefonate scheiterten fast an fehlender Stimme und Kommunikationsfähigkeit, von den Rezipienten freundlicherweise als Grippe/Bronchitis ausgelegt und ich habe daraus auch gleich Konsequenzen gezogen und mir bei der BzgA ein Nichtraucher-Startpaket bestellt (kostenlos!), da sind immerhin Pfefferminzbonbons dabei, voll gut gegen Heiserkeit.

Wasted Weekend

Resümee des Wochenendes: Katastrophaler Samstag und in zwei Stunden muss ich arbeiten gehen. Da freu ich mich doch auf den Montag. Der Tag begann damit, dass ich stundenlang auf einer Sportveranstaltung im gefühlten Brandenburg damit zubrachte, Boxhandschuhe aus den Ecken einzusammeln, das Blut abzuwaschen und wieder auszuteilen und dabei immer an diesen furchtbaren AIDS-Hysterie-Tatort denken musste, bei dem es u.a. um den megaprolligen, impulsiv handelnden Ex-Boxer Enzo ging, der in einem Rachefeldzug versuchte, sein HIV verseuchtes Blut an den Mann/die Frau zu bringen. Genderpolitisch gesehen gab das natürlich auch kein gutes Bild ab, ich und meine Kollegin bei hausfräulichen Tätigkeiten und besondes spannend war das auch nicht. Nach so viel bürgerschaftlichem Engagement wollte ich dann den Rest des Abends exzessiv feiern, doch trotz grösster Anstrengungen – ich war immerhin auf drei bzw. vier Parties in drei Bezirken- blieben meine Bemühungen erfolglos. Auf der ersten Veranstaltung fehlte sowohl das Publikum als auch die Musik (zumindest auf einem Floor), bei der zweiten gab es schon recht früh kein Bier mehr und entgegen der Ankündigung wurde nicht elektronische Musik sondern Revolutionsschlager und -schnulzen gespielt, was schon schwerem Betrug gleich kommt. Eine Fehlinformation liess Veranstaltung Nummer Drei unter den verbliebenen Möglichkeiten den Abend fortzuführen als die bei weitem versprechendste erscheinen- ein Irrtum, wie sich schon bei der Annäherung herausstellte. Und heute aufstehen, wiedermal beim Fahrradreparieren gescheitert, was meinem Ego einen weiteren Tiefschlag versetzte und jetzt arbeiten, mit meiner Anti-Kollegin. Prost.




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