Prost Neujahr

Heute ist mein erster Arbeitstag nach dem allweihnachtlichen Familienbesuch. Um die Weihnachtszeit werden bekanntlich alle sensibel für das Elend der Welt und so hat mein Arbeitgeber in einem Rundschreiben uns Arbeitnehmern zu bedenken gegeben, dass wir, wenn wir mit unseren Löhnen unzufrieden sind, doch mal einen Blick über den eigenen Tellerand und die Landesgrenzen werfen sollen, um festzustellen, dass es uns doch ganz gut geht. Dem ist nichts hinzuzufügen. Weihnachten selbst hab ich ganz gut überstanden. Eine Fieberattacke knockte mich aus und verschaffte mir Generalamnestie von Verwandschaftsbesuchen und anstrengenden Gesprächen über meine Zukunft und ungefragten Ratschlägen. Leider hatten die Geschäfte geschlossen und ich konnte mein Siechtum nicht dazu benutzen, meine Mutter zum Kauf meiner Lieblings(soft)drinks zu veranlassen und leider funktionierte die Fernbedienung des HDTV-geeigneten Fernsehers meiner Eltern nicht, so dass ich aufgrund körperlicher Schwäche, hilflos den schlimmsten Weihnachtssendungen ausgesetzt war. Und Internet über einen analogen Telefonanschluss ist auch nicht spassig.
So jetzt noch Sylvester überstehen, irgendwie finde ich ja die immergleichen Szene-Sylversterrituale inzwischen genauso schal wie das familiäre Weihnachtsfeiern, nun ja ---> viel trinken hilft viel. Ekzessives Trinken, jetzt „Binge Drinking“genannt ist zwar populär, allerdings warnt eine Britische Anzeigenkampagne der Portman Group: Ladies passt auf- Saufen macht fett & hässlich!Na Danke!. Für die Boyz gibt es einen Werbespot mit der Message: Trink nicht soviel, dass Du einem Typen eine reinhaust, denn das verschreckt das Mädchen, auf dass Du so scharf bist. Und was ist bitteschön mit dem Bierbauch? Soviel zur Geschlechtergerechtigkeit zu Beginn des 21.Jahrhunderts.

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