Wochenende…..

Freitag abend total k.o. vom Training heimgekommen, fast ohnmächtig vor Hunger und die Zehen schon ganz taub vor Kälte. Heizung aufgedreht (Zentralheizung rocks!), Füße dagegen gestemmt. Noch weggehn? Nur wenn mich jemand anruft und zu einer tollen Party mitnimmt. Es ruft niemand an. Ego gekränkt. Dann das Heimvideo-Programm der Mitbewohner gecheckt und mich für Desperate Housewives entschieden. Jedem Trend Jahre hinterher. Zum ersten Mal also Desperate Housewives gekuckt ( es gibt doch sicher irgendsoein Insider-Kürzel für den Serien-Titel?!), und war gar nicht so schlecht. Und das Hausfrauendasein ansich- gar nicht so übel….nur Kinder sollte man auf keinen Fall haben, die sind ganz schlimm. Und man sollte darauf achten, dass der Liebhaber volljährig ist, sonst hat man Stress mit dessen Mutter. Anschliessend hab ich eines der Nick Hornby Hörbücher, die ich mir aus der Bibliothek ausgeliehen hatte, eingelegt, „Mein Leben als Leser“. War leider ziemlich enttäuschend, ein endloses Droppin‘ von Autorennamen und Buchtiteln und ich kannte grade mal nen Bruchteil davon. Bei Track 5 fing ich an wegzudösen und als ich bei Track 14 wieder aufwachte, hörte sich das immer noch nicht aufregender an. Gegen 3Uhr wurde ich dann von einer SMS aus meinen Träumen gerissen, die mich zu einer samstagvormittäglichen Veranstaltung mobilisieren wollte. Ich gab die Nachricht brav weiter und ging wieder schlafen. Als ich Samstag wieder aufwache fühlen meine Arme sich an wie Pudding. Wenig später ruft meine Mutter an.
M: Guten Morgen, stör ich?
Ich: Nein [ich liege nicht neben einem attraktiven Mann im Bett, falls Du das meinst]
M:[Enttäuscht]
Ich:[fühl mich erbärmlich]
M: [beginnt ein Gespräch]Hat die Uni sich gemeldet?
Ich: Nein, wieso sollte sie?[Unverständnis]
M:[Erklärung]. Gehts Du noch arbeiten?
Ich:Ja.
M:Und was hast Du sonst so erlebt, was gibt es Neues?
Ich:[Überlege. Mit fällt nichts ein.] Ich arbeite grade viel. Stunden nachholen [fühl mich noch erbärmlicher]
M: Aha. Dann melde Dich doch bitte, wenn Du mehr zu erzählen hast.
……..
Nach dem 3. Kaffee fühle ich mit fit genug um eine kleine Runde joggen zu gehn. Ich setzte also den vierten Kaffee auf und zieh mich an. Ich muss allerdings nur einen Fuß aus der Wohnungstür setzen, um das Prasseln der Regentropfen zu hören und gebe meinen Plan erleichtert auf. Als ich mich auf den Weg zur Arbeit mache begegne ich meinem Mitbewohner, schwer von den Exzessen der letzten Nacht gezeichnet. Zuhause bleiben ist zwar nicht so aufregend, aber immerhin gesünder.

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